Anderes-Ankommen
©Felix Pritschow
Felix Pritschow
Felix Pritschow

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Das Andere Ankommen

Warum ein Ortsvorsteher in Organisationen hilft, neuen Bewohnern das Ankommen zu erleichtern.

 

Stell dir ein Dorf vor. Dieses Dorf gibt es schon sehr lange und in den letzten Jahrzehnten sind einige Menschen zugezogen, das Dorf ist gewachsen. Nicht nur in der Anzahl seiner Bewohner, sondern auch in seiner Struktur. Manche Wege und Straßen sind neu angelegt worden, einige repariert und andere existieren noch so wie damals, vor hundert Jahren. Ebenso die Häuser. Die Menschen sind unterschiedlich alt, gehen unterschiedlichen Aufgaben nach und wohnen in unterschiedlichen Vierteln. Es gibt Zeiten im Dorf, da ist es laut und die Menschen sind unterwegs, gerade wenn Markt ist, und es gibt Zeiten, in denen das Dorf ruhiger ist. Die Straßen und Wege sind nicht ausgeschildert, denn jeder im Dorf findet sich zurecht. Die Menschen leben miteinander, finden und treffen sich. Die Regeln, nach denen diese Treffen ablaufen, sind dir unbekannt. 

Stell dir vor, du reist in dieses Dorf, möchtest dort ankommen, selbst eine Aufgabe in dem Dorf übernehmen und dich dort niederlassen. Du kommst morgens dort an. Die Straßen und Wege sind menschenleer. 

Was für ein Ankommen wichtig ist

Was hilft dir, in dem Dorf anzukommen? Dir schnell Orientierung zu verschaffen? Über sein Wegenetz, die Menschen, die wichtigen Plätze und Läden vor Ort, die Abläufe und das Leben in dem Dorf. Was gibt dir die Sicherheit, dich dort wohlzufühlen, einzurichten und eine Aufgabe in dem Dorf zu übernehmen?

Mir persönlich würden Menschen hilfreich sein. Menschen, die mich willkommen heißen. Jemand, der so freundlich ist, und mir meine Unterkunft zeigt. Mir dann Ideen gibt, wen ich ansprechen kann, um mich mit dem Dorf und seinen Bewohnern vertraut zu machen. Der mich durch den Ort führt und mir erklärt, weshalb hier im Dort einmal im Jahr eine ganze Woche lang ein großes Straßenfest gefeiert wird. Jemand, der mir eine Karte vom Dorf und seiner Umgebung reicht und sagt, du befindest dich jetzt hier. Und jemand, der bereit ist, das, was er erzählt hat, zu wiederholen, denn in einer neuen Umgebung braucht es andere Zeit, neue Informationen aufzunehmen. 

Der Organisations-Blickwinkel

Organisationen wachsen ähnlich wie ein Dorf. Es gibt unterschiedliche Kollegen,  unterschiedliche Aufgaben und Aufgabenbereiche, unterschiedliche Abläufe, wie das Miteinander funktioniert. Die Aufgaben, Bereiche und Abläufe haben sich über die Jahre verändert, weil sie veränderte Zwecke erfüllten. Oft sind es informelle Regeln, die das Miteinander organisieren. Sie sind unausgesprochen, weil sie jeder kennt.

Mit jemandem als Ansprechpartner, der sich in der Organisation auskennt, wird Ankommen leichter. Regelmäßiger Austausch hilft, die Organisation, ihre Menschen und Kultur besser und schneller kennenzulernen. Im Übrigen hilft es auch, dass die „Bewohner“ den „Neuen“ kennenlernen. Der bereist gerade neues Gebiet und sie lernen seinen Umgang mit einer neuen Umgebung kennen, mit neuen Kontakten und möglicherweise auch neuem Know how. 

Für Neuankömmlinge braucht es also zusammengefasst: 

  • einen Ansprechpartner und Wegweiser in der Organisation, 
  • die Rahmenbedingungen, dass er oder sie gleich starten kann (einen eingerichteten Arbeitsplatz zum Beispiel),
  • einen Prozess, der zum Ziel hat, dem Neuankömmling alles nötige Wissen und die wichtigen Menschen für die erfolgreiche Erfüllung der neue Aufgabe zu vermitteln,
  • und regelmäßige Feedbackgespräche, die ihn oder sie in seinem Ankommen begleiten. 

Der Ortsvorsteher-Blickwinkel

Du verlässt dein Büro in der Dorfmitte und gehst in Richtung des Dorfeinganges. Als du um die letzte Ecke biegst, erblickst du jemanden, der dort wartet. Du hältst Blickkontakt, begrüßt ihn freundlich, stellst dich als Ortsvorsteher vor und lädst den neuen Dorfbewohner ein, dir zu folgen. Du erzählst ihm, dass sich das gesamte Dorf auf ihn und seine neuen Aufgaben im Dorf freut, dass er eine Bereicherung ist und es schon einige Ideen gibt, wie seine Aufgabe mit und in der Dorfgemeinschaft entwickelt werden kann. Du zeigst ihm seine Unterkunft, gibst ihm einen Moment zum Ankommen und erklärst dann, was die kommende Zeit im Dorf ansteht und wann und wie er Menschen, die ihm bei seiner Aufgabe unterstützen, am besten kennenlernen kann. Dann verabschiedest du dich vorerst, nicht ohne Bescheid zu geben, dass du den nächsten Tag wieder vorbei kommst. 

Das Dorf – oder die Organisation – haben ein großes Interesse daran, dass der neue Dorfbewohner gut und bald ankommt.

Hey! Das war´s von diesem Beitrag. Ich hoffe, du nimmst etwas für dich mit. 

Ich freue mich, wenn du mir ein Feedback dazu gibst via blog@felixpritschow.de

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Felix

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