Felix Pritschow
Felix Pritschow

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Den Menschen sehen.

Arbeit ohne Menschen – schier unmöglich! Arbeit ohne den Menschen zu sehen – möglich! Aber erstrebenswert? Was die persönliche Haltung für Auswirkungen auf eine gesunde Zusammenarbeit hat, erfährst du hier.

Eine Mitarbeiterin ist erkrankt. Schon länger. Wann sie wieder gesund ist und arbeiten kommen wird, ist unklar. Die erkrankte Mitarbeiterin hat während ihrer Krankheitsphase Geburtstag. Ihre Führungskraft hat sich eine Erinnerung gelegt, weil sie persönlich gratulieren möchte. Eine Woche vor dem Geburtstag taucht eine weitere automatische Erinnerung auf ihrem Dashboard auf. Sie ist an die Führungskraft und die in der nächsten Hierarchieebene adressiert und erinnert an den Geburtstag der erkrankten Mitarbeiterin. Die Nachricht kommt von einer „Externen“. 

In der Zusammenarbeit mit einem externen Dienstleister hat dort federführend eine Kollegin mit und für das Team gearbeitet. Sie betreute das Unternehmen schon einige Jahre und das Team legten Wert darauf, dass sie bei verschiedenen Anlässen wie Teambesprechungen oder Betriebs- und Abteilungsfeiern mit dabei sein konnte. Das funktionierte nicht regelmäßig, aber doch so oft, dass die Zusammenarbeit dadurch enger war, obwohl sie „extern“ und nur selten persönlich vor Ort war. Es gehörte nicht zu ihren Aufgaben und sie hatte eigentlich keine Veranlassung, die Führungskräfte an den Geburtstag der erkrankten Mitarbeiterin zu erinnern. Trotzdem hat sie die automatische Erinnerung eingerichtet.

Wir-Gefühl

Obwohl das Beispiel schon einige Jahre her ist, ist es mir immer noch präsent und ich erinnere mich noch gut an seine Wirkung.

Für mich drückt das Beispiel etwas aus, das über gute Zusammenarbeit hinaus geht. Ein Geburtstag ist auch im Geschäftskontext persönlich und individuell. Und er ist ein Anlass, der es ermöglicht, mit Kollegen nicht nur im Alltagsgeschäft, sondern auf einer anderen, persönlichen Ebene in Kontakt zu treten. Es ist ein Zeichen der persönlichen Aufmerksamkeit und Wertschätzung, wenn die Führungskraft und Kollegen am Geburtstag gratulieren. Mit der automatischen Erinnerung bringt die Kollegin des Dienstleisters für mich ihre Fürsorge für ein Wir-Gefühl zum Ausdruck. Ein Wir-Gefühl, an dem sie offenbar auch als „Externe“ teil hatte. 

Menschen sehen. Hinter Aufgaben und Stellenprofilen

Hinter jeder Aufgabe und jedem Stellenprofil steckt ein Mensch. Der wird an verschiedenen Stellen sichtbar. An seinem Geburtstag, durch seine Hobbys, an den Themen, die er erzählt und mitbringt oder an dem Gesichtsausdruck, mit dem er morgens ins Büro kommt. Und mit Gewissheit wird der Mensch auch in der Art und Weise, wie er Aufgaben annimmt, sie bearbeitet oder in der gemeinsamen Zusammenarbeit sichtbar. Aber eben deutlicher in Themen, die nicht zwingend das Alltagsgeschäft bestimmen und dort manchmal gar keinen Platz haben. Den Menschen hinter den vielfältigen Aufgaben sehen können, das als Kollegin oder Führungskraft zum Ausdruck zu bringen und darüber in Kontakt zu kommen, ist für mich ein Zeichen für eine gesunde Zusammenarbeit.

Fürsorge für KollegInnen

Als Arbeitgeber oder Führungskraft haben wir eine Fürsorgepflicht gegenüber Mitarbeitenden. Aber ist Fürsorge innerhalb eines Teams oder einer Organisation ein ausschließliches Führungsthema? Ich denke, nein. Eine gute, gesunde Stimmung in einer Gruppe von Menschen wird nicht durch ein oder zwei Personen gemacht. Dafür müssen mehrere ins Boot. Und dafür braucht es mehr als Betriebsfeiern. Zustände guter oder schlechter, gesunder oder ungesunder Zusammenarbeit sind veränderlich und bestehen nicht automatisch fort, weil sie einmal da gewesen sind. Sie hängen von verschiedenen Einflüssen ab, auf die wir manchmal weniger, manchmal mehr Einfluss haben. 

Unsere Haltung

Auf was wir allerdings immer Einfluss haben, das ist unsere ganz persönliche Haltung, ob als Mitarbeitende oder Führungskräfte. Und was hindert uns daran, aktiv an der Gestaltung einer guten und gesunden Zusammenarbeit mitzuwirken und zum Beispiel Momente der Fürsorge für mein Team oder meine Kollegen in meinen Arbeitsalltag aufzunehmen?

Hey! Das war´s von diesem Beitrag. Ich hoffe, du nimmst etwas für dich mit und freue mich, wenn du mir ein Feedback dazu gibst via blog@felixpritschow.de. 

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Felix

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